Ballerinas

0

Prima Ballerinas – Als die Ballerinas in den 1940er Jahren in die Modewelt Einzug hielten, war das für die Damen der Schöpfung auch ein Meilenstein. Denn die flachen femininen Schuhe avancierten zum beliebten Pendant der hohen Absatzschuhe und boten damit eine neue Freiheit, ähnlich wie die Ablösung der starren Korsetts und Reifröcke. Ballerinas haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, es sind verschiedene Unterarten entstanden, wobei der klassische Ballerina bis heute aus den Schuhkollektionen der Designer nicht mehr wegzudenken ist.

Geschichte der Ballerinas

Modetipp: BallerinasInspiriert sind die Ballerinas (Singular: der Ballerina) von dem Schuhwerk der Balletttänzerin und daher auch nach ihr benannt. Der klassische künstlerische Bühnentanz entwickelte sich im Mittelalter und war eine beliebte Unterhaltungsform bei Hofe. Die Tänzerinnen trugen praktischerweise absatzlose Stoffschuhe mit verstärkter Vorderfußkappe und langen Bändern, die um die Fesseln und Waden gebunden wurden, um das Plus an Halt zu geben.

Die Ballerina-Schuhform, wie wir sie heute kennen, verdanken wir dem italienischen Schuhmacher Salvatore Capezio (1871-1940), der nach seiner Immigration in die Vereinigten Staaten von Amerika durch die Anfertigung von Tanzschuhen und insbesondre Ballettschuhen bekannt wurde und als Begründer der weltweit renommierten Unternehmung Capezio Ballet Makers Inc. gilt, die bis heute Tanzschuhe und Tanzbekleidung herstellt.

Salvatore Capezio war selbst mit einer Balletttänzerin verheiratet und seine Tanzschuhe bewegten die Füße u.a. von Fred Astaire, Gene Kelly, Liza Minelli und auch Madonna oder Kate Perry schwören für ihre Auftritte auf das Tanzschuhwerk der Marke Capezio.

Der von ihm Ende des 19. Jahrhunderts konzipierte Ballerinaschuh für die Straßen- und Alltagstauglichkeit kam allerdings erst 1941 zu öffentlicher Anerkennung durch die Aufnahme in die Kollektion der amerikanischen Fashiondesignerin Claire McCardell. Der internationale Durchbruch wurde durch eine Coverabbildung auf der Vogue im Jahre 1949 besiegelt. Film- und Modeikonen wie Audrey Hepburn oder Brigitte Bardot machten den bequemen und schicken Schuh zum Trendsetter.

Der klassische Ballerina und seine Merkmale

Der Ballerina ist ein typisch weibliches Schuhmodell und wird von Frauen und Mädchen getragen. In seiner klassischen Version zeigt er sich als Schlupfschuh, Ferse und Zehenbereich sind geschlossen. Er hat einen weiten Ausschnitt, was den Damenfuß sinnlich betont, die Vorderfußpartie ist meist rund oder leicht spitz zulaufend. Eine schmale Zierschleife am vorderen Ausschnitt kennzeichnet den mädchenhaften, leicht verspielten Damenschuh.

Klassische Ballerinas sind flache Schuhe ohne Absatz oder mit einem dünnen Absatzflecken. Die verschiedenen Ballerina-Varianten der Neuzeit präsentieren sich jedoch auch mit niedrigen Absatzversionen, die maximal bis zu 2 cm hoch sind.

Ballerinas verleihen der Trägerin Anmut, Eleganz, Leichtigkeit, einen Touch Romantik und Jugendlichkeit und sind vor allen Dingen sehr angenehm zu tragen. Frau kann sie mit oder ohne Söckchen tragen, wobei Söckchen in Ballerinas eher Trend- und Geschmackssache sind.

Zwar sind Ballerinas an keine bestimmte Jahreszeit gebunden, da sie für Indoor und Outdoor gleichermaßen angeboten werden, sie stehen allerdings bevorzugt im Frühjahr und Sommer auf dem Anziehprogramm. Für schmuddelige, feucht-nasse und kalte Monate als Straßenschuhe sind sie nicht gedacht und geeignet. Hier kann Frau aber auf Hausschuhmodelle in Ballerinaform zurückgreifen.

Variationen von Ballerinas

Ballerinas - modische DauerläuferBallerinas unterscheiden sich heute in verschiedene Varianten, die dem Schuh das Plus an Modebewusstsein und eine stärkere Differenzierung nach bestimmten Vorlieben und Geschmäckern erlauben. Neben der klassischen Form bietet der Schuhhandel folgende Ballerina-Modelle an:

  • Peeptoe-Ballerinas: Ballerinas mit Zehenausschnitt/Zehenöffnung
  • Riemchenballerinas: mit Fesselriemchen für den besseren Halt und als optischer Blickfang
  • Schaftballerinas: der Fersenbereich verlängert sich schaftähnlich und bedarf daher auch eines haltgebenden Verschlusses, z.B. durch Ristspangen und Ristbänder, Bindebänder, Schnürungen oder Reißverschluss
  • Spangenballerinas: ähneln den Mary Janes, sind jedoch deutlich flacher, Kennzeichen  sind eine oder mehrere Ristspangen
  • Sling-Ballerinas: eine Variante des Sling-Pumps, dessen Fersenbereich offen ist und durch einen Verschlussriemen (Fersenriemen/Knöchelriemen) gehalten wird

Besonderheiten: Faltbare Ballerinas & Ballerinas to go

Ballerinas, die Frau überall in der Tasche mitnehmen kann, weil sie sich extrem klein und schmal machen und die ideal als Ersatzschuhe nach einem heißen Discoabend für den Heimweg oder als Entlastungsschuhe in den Pausen an einem anstrengenden Business-Tag sind, haben sich ihren Platz im Ballerina-Markt erobert. Hier sind zwei Labels zu nennen, die jedoch unabhängig voneinander agieren.

Die Firma Pantara GmbH mit Sitz in der Schweiz bietet die so genannten Flipsters als faltbare Ballerinas für Damen in ausgewählten Ladengeschäften in der Schweiz und Deutschland sowie über den Onlineshop an.

Faltbare Flip Flops und Ballerinas sind eine Entwicklung der beiden Australier Ben Lipschitz und Rick Munitz (L&M Designs), die mit ihrer innovativen Schuh- und Geschäftsidee 2009 unter der Bezeichnung Flipsters in Australien an den Markt gingen. Die biegsamen weichen Schuhmodelle werden nach Origami-Technik gefaltet und machen sich so ganz klein. Sie werden mit passendem Täschen angeboten, das in jeder Hand- und sogar Hosentasche Platz findet. Die Pantara GmbH hat die Lizenzrechte von Ben & Rick gekauft und vertreibt die Flipsters seit 2013.

Faltbare Ballerinas sind auch das Markenzeichen des deutschen Labels Ballerina2Go, die am Automaten zu ziehen sind oder über den Online-Shop des Labels und verschiedene Verkaufsplattformen erworben werden können. Gründerin Isabella Fendt hat mit ihrer Idee ein großes Frauenproblem gelöst, denn bequeme Ballerinas, die sich bedarfsgerecht einsetzen lassen und platzsparend mitgenommen werden können, haben der modernen Frau, die Absatzschuhe liebt, aber auch mal eine Pause braucht, gerade noch gefehlt. In vielen Trendfarben und auch als Hochzeitsballerinas glänzen die günstigen Treterchen.

Materialien und Farben für Ballerinas

Ungeheuer vielseitig sind die Materialien, aus denen Ballerinas gefertigt werden: Glattleder, Rauleder, Lackleder, Lederimitat. Selbstverständlich gibt es auch leichte Textil-Ballerinas. Das ermöglicht eine Vielzahl von Oberflächenstrukturen und Optiken. Frische Frühlings- und Sommerfarben, knallige Neonfarben, klassisch Schwarz, Braun, Weiß und Beige oder aber spezielle Trendfarben der Saison machen Ballerinas zu einer abwechslungsreichen Angelegenheit. Metallicfarben oder ein dezenter Schmuck mit Pailletten, Stickereien oder Perlen sorgen für die besondere Auftrittsnote, wobei Ballerinas sich in der Regel eher zurückhalten, was überbordende Details betrifft. Zarte Muster können auch für Verzauberung sorgen, z.B. kleine Blumenprints oder die immer angesagten Animalprints.

Kombitalent Ballerina

Der Ballerina darf überall in der Mode mitmischen: Zur schmalen Jeans oder Chinohose ebenso wie zur weiten Marlenhose, dem Hosenrock, langen und kurzen Röcken oder Kleidern und Shorts. Das Ballerina-Modell sollte passend zur eigenen Fußform und Fußweite gewählt werden und die Fußvorzüge unterstreichen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind schier unerschöpflich.

Immer wieder heißt es: Ballerinas sind vornehmlich für normal große bis große Frauen geeignet, bei kleineren Frauen unter 1,65 m kommt es auf die Beinproportionen an. Fakt ist, Ballerinas haben keinen oder nur einen sehr niedrigen Absatz, weshalb kein beinstreckender oder verlängernder Effekt wie mit High Heels erreicht werden kann. Dennoch müssen kleine Frauen nicht auf Ballerinas verzichten, wenn sie diese mit der richtigen Kleidung kombinieren. Der Fokus sollte auf die Füße gelegt werden und nicht problembehaftete Beinpartien in den Vordergrund rücken. Schmal geschnittene Hosen, Röcke und Kleider (knieumspielend) machen bei strammen Waden eine bessere Figur zu Ballerinas als weite Kleidung dieser Art. Das Verhältnis insgesamt muss stimmen und das ist eine Frage der geschickten Kombination.

Kommentare geschlossen