Ortung von Dementen mit GPS im Schuh

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Demente Menschen leiden bei fortschreitender Erkrankung immer stärker an Orientierungslosigkeit. Zugleich steigt der Bewegungsdrang. Die Folge ist, dass viele ziellos loslaufen. Schnell sind die Dementen an Orten, von denen sie nicht mehr ohne Hilfe zurückfinden. Die Angehörigen machen sich Sorgen und müssen wie Detektive nach ihnen suchen. Häufig zerrt das nicht nur an den Nerven, sondern ist auch z. B. durch den Straßenverkehr eine ernste Gefahr für den Betroffenen.

Mit Funksignal aus dem Schuh Demente orten

GPS-Schuh zur DementenortungHilfe bietet möglicherweise ein Gegenstand, von dem man das nicht erwartet hätte: ein Schuh. Denn in den USA hat die Firma Aetrex einen sogenannten GPS Shoe auf den Markt gebracht. Ziel ist es, durch ein Funksignal, weglaufende Senioren aufzufinden, die an Demenz leiden.

Die Technik ist so simpel wie effektiv. Im Schuh ist ein kleiner GPS-Empfänger eingebaut, der Positionsdaten empfängt. Diese Daten sendet er über eine winzige Mobilfunkeinheit an einen Computer. Dessen Daten sind wiederum über das Internet abrufbar. Angehörige können so zum Beispiel per Mausklick die Position des Dementen orten und unverzüglich zu Hilfe eilen.

GPS-Schuhe: noch wenig Erfahrung

In Deutschland sollte die Markteinführung des GPS-Shoes 2012 stattfinden. Zum recht neuen System gibt es bislang jedoch noch wenig Erfahrungswerte, sodass abzuwarten bleibt, wie hilfreich die GPS-Schuhe sind. Die Ortung ist auch mit Kosten verbunden. In Nordamerika kosten der Signalempfang und die Breitstellung der Positionsdaten über das Internet derzeit knapp 40 Dollar. Wie die Daten in Deutschland verarbeitet werden, ob die Technik den deutschen Datenschutzbestimmungen entspricht und wie teuer die Signalaufbereitung hier wird, ist derzeit noch offen.

Aktuell können die Angehörigen von Dementen oder die Pflegeheime andere Formen der Ortung nutzen. Bei leicht dementen Personen kann mit einer App, die auf dem Seniorenhandy installiert ist, geortet werden, im fortgeschrittenem Stadion bietet sich ein GPS-Sender an, der zum Beispiel am Handgelenk getragen wird.

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