Sind Softboots schädlich für Füße und Gelenke?

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Die Softboots der australischen Erfolgsmarke UGG stehen heute fast schon synonym für alle Arten dieser kuscheligen Fellstiefel, die Füße an kalten Tagen warm halten und von den Trägern auch als sehr bequem empfunden werden. Diese Softboots aus echtem Wildleder oder Wildlederimitat, die innen mit Echtfell oder Kunstfell ausgestattet sind, gibt es für die Straße und als Hausbooties. Doch Kritik wird laut, dass diese Booties den Füßen und Gelenken schaden.

Orthopäde aus England warnt vor Softboots

Für Aufsehen und heiße Diskussionen sorgte kürzlich der Londoner Orthopäde Ian McDermott in einem Interview mit der bekannten britischen Zeitung Daily Mail. So sprach er von Fuß- und Knieproblemen, die durch Stiefel wie UGG Boots und deren günstige Kopien entstehen können. Durch ihre weiche Konstruktion bieten diese Schuhe den Füßen keinen ausreichenden Halt, das Einknicken sei leicht möglich und auch die Ausprägung von X-Beinen wird durch diese Boots gefördert. Die Belastung müsste dann von den Knien getragen werden, damit ein Ausgleich erfolgen kann. Dies wiederum kann zu Knorpelschäden und im äußersten Fall zu Operationen führen.

Es geht um Softboots allgemein!

Es geht nicht nur um UGG Boots, sondern um die Schuhkonstruktion allgemein

Viele Online-Magazine titelten daraufhin direkt mit Schlagzeilen wie „UGGs sind gefährlich“ oder ähnlich. Dabei betonte McDermott, dass es hier nicht ausschließlich und explizit um die Boots des Markenherstellers gehe, sondern um Schuhe dieser Art allgemein. Besonders die billigen Imitate aus asiatischen Ländern zeigten auch in der Verarbeitung derart ungenügende Ergebnisse, dass sie noch problematischer für die Fußgesundheit ausfallen. Die weiche Sohle sei hier ein großer Kritikpunkt.

Die Reaktionen von UGG-Fans aus aller Welt und von Anhängern solcher Stiefelmodelle waren vielseitig und durchaus sehr different. Repräsentative Aussagen lassen sich daraus nicht ableiten. Allerdings sollte die Stabilität der Softboots genauer betrachtet werden. In der Tat finden sich bedeutende Unterschiede zwischen Straßenschuhen und Hausschuhen dieser Art. Daneben ist die Tauglichkeit bei Winterwitterung genauestens zu prüfen. Die Mehrheit der Boots aus dem Billigsektor, die für die Straße gedacht sind, halten Schnee, Matsch, Regen nicht stand und bieten auch wenig Rutschfestigkeit auf glattem Untergrund. Zudem kann ebenfalls nicht verneint werden, dass einerseits durch das weiche Material und andererseits durch fehlende Stabilisatoren an den Seiten und an der Ferse Belastungspotential für die Gelenke entsteht.

Bei den Hausbooties dieser Machart ist zu bemängeln, dass die wirklich extrem dünnen und weichen Sohlen weder ausreichend Festigkeitsgefühl auf Böden geben und das Laufgefühl sich eher wie auf dicken Strümpfen anfühlt. Bei Bodenbelägen wie Fliesen, Naturstein oder Beton ergibt sich daraus eher ein unangenehmes Gefühl.

Die echten UGG Boots sind von der Qualität her, was Außenmaterial, Sohlendicke und Sohlenstärke betrifft, deutlich hochwertiger angesiedelt als die No-Name Fabrikate, dennoch hat auch das Unternehmen auf den Artikel reagiert und mitgeteilt, dass neue Stiefel in der Zukunft innovative Verbesserungen in Sachen Stabilität und Komfort erfahren sollen.

Für die Gesundheit sind Softboots speziell im Winter eine Gefahr

Ian McDermott steht mit seiner Meinung nicht alleine dar, viele Orthopäden bemängeln Schuhe dieser Art ohne feste Stabilisierung. Gerade im Winter, wenn die Straßenverhältnisse durch die Witterung mitunter unberechenbar gefährlich werden, kann das Unfallpotential in Softboots steigen. Zudem sind die Schuhe nicht wasserresistent und verursachen dazu noch nasse Füße. Da nützt auch das beste Lammfell nichts. Generell sollten Männer, Frauen und Kinder im Winter zu festem, witterungsgerechtem Schuhwerk greifen.

Der Orthopäde McDermott empfiehlt für alle, die generell Softboots gerne tragen, medizinische Einlagen, um die Gelenke zu schonen. Diese sollten fußgerecht angepasst sein. Dennoch handelt es sich bei der Kritik an UGG Boots und Co. wohl weniger um Werbung für medizinische Einlagen, die vom Orthopäden verschrieben werden. Die Argumente sind schlüssig und nachvollziehbar und der eine oder andere hat dies auch schon am eigenen Fuß gespürt, wie Meinungen zum Thema zeigen.

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