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Was ist die Passform?

von Nicole Arnold

Ein Schuh soll weder zu klein, groß, schmal oder weit sein. Er darf den Fuß nicht einengen oder stauchen, die Ferse braucht optimalen Halt und die Zehen Platz. Deshalb ist beim Schuhkauf die Passform relevant. Diese ergibt sich aus der eigenen Schuhgröße und der Schuhweite. Wer wirklich passende Schuhe auswählen will, sollte seine Füße in regelmäßigen Abständen neu ausmessen. Denn Füße verändern sich im Laufe eines Lebens, einerseits durch Wachstum und Alterungsprozess, andererseits leider auch durch falsches Schuhwerk. Die Passform beeinflusst die Fußgesundheit und den Laufkomfort und wird bei der Herstellung durch die Leisten mitbestimmt.

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Kriterien für die perfekte Passform

Die perfekte Passform setzt sich aus Schuhgröße und Schuhweite zusammen – So weit so gut, aber zunächst müssen die eigenen Werte festgestellt werden. Und schon bei diesen vermeintlich einfachen Schritten können Fehler passieren, wenn z.B. nur die Fußlänge berücksichtigt wird. Denn es ist wichtig zu verstehen, wie das mit dem Gehen so funktioniert. Bei jedem Schritt rollt der Fuß von der Ferse bis zu den Zehen ab. Dafür benötigt er Platz. Sind also die Schuhe zu kurz, weil kein Abrollspielraum mitberechnet wurde, kann die Abrollbewegung nicht richtig stattfinden. Daher ist neben der eigentlichen Fußlänge von der Ferse bis zu den Zehen noch eine Zugabe von 1,5 cm erforderlich, welche diesen Freiraum ermöglicht. Das ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Füße sich im Laufe des Tages durch Beanspruchung ausweiten. Hier kommt zudem die Schuhweite ins Spiel. Die individuelle Schuhweite sorgt dafür, dass die Zehen vorne nicht anstoßen, sondern Spielraum haben. Die Ferse liegt gerade an und rutscht weder heraus, noch reibt sie sich an der Kappe. Im mittleren Fußbereich an der Ballenlinie wird der Fuß optimal gestützt und gehalten, so dass er nicht nach vorne rutschen kann, aber auch nicht eingeengt ist.

Tipp: Das Maß nehmen sollte immer am Abend erfolgen, wenn die Füße ihren Tag hinter sich haben. So kann man sicher gehen, dass sie ihre richtige Länge und Weite erreicht haben.

Schuhgröße ermitteln

Die eigene optimale Passform für Schuhe zu finden, ist einfach. Zunächst ist die Schuhgröße zu ermitteln. Für deutsche bzw. EU-Schuhgrößen gilt hier das europäische Standard-Schuhgrößen-System, das im 19. Jahrhundert unter der Bezeichnung „Pariser Stich“ eingeführt wurde und auf Zentimetern basiert. Lediglich England hat ein eigenes Schuhgrößen-System. Benannt ist das europäische System nach der damaligen Stichlänge von Doppelnähten einer Nähmaschine. Diese betrug 6,67 mm oder zwei Drittel eines Zentimeters. Zur Ermittlung der Schuhgrößen wird bis heute der Wert von 6,67 mm herangezogen.

Die Vorgehensweise:

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  • Nehmen Sie zwei weiße Blätter DIN A4 Papier zur Hand und befestigen Sie diese mit Klebestreifen nebeneinander auf dem Boden.
  • Stellen Sie sich nun gerade mit den Füßen auf die beiden Blätter, so dass Sie oder eine Hilfsperson die Umrisse des rechten und linken Fußes nachzeichnen können.
  • Verteilen Sie Ihr Körpergewicht gleichmäßig auf beide Füße.
  • Jetzt zeichnen Sie oder die Hilfsperson jeden Fuß von der Ferse bis zu den Zehenspitzen nach.
  • Messen Sie nun die Länge des linken und rechten, gezeichneten Fußes und geben Sie 1,5 cm hinzu. Fußlänge plus Zugabe von 1,5 cm ergibt die Innen- oder Leistenlänge. Stellen Sie Abweichungen in der Leistenlänge bei einem Fuß fest, so ist das nicht tragisch, denn nicht immer müssen beide Füße gleich lang sein. Orientieren Sie sich dann am größeren Wert.

Die europäische/deutsche Schuhgröße kann jetzt wie folgt berechnet werden: Leistenlänge in cm geteilt durch 0,667 cm. Das Ergebnis wird aufgerundet. Beträgt also beispielsweise die Leistenlänge einer Frau 27,3 cm, dann wäre ihre Schuhgröße 41.

Wer seine Schuhe online kauft, findet bei vielen Anbietern Umrechnungstabellen oder Rechner, mit denen, anhand der ermittelten Leistenlänge, die Größe bestimmt werden kann. Das ist auch bei UK- oder US-Größen, die über halbe Größen verfügen, sehr hilfreich.

Mitunter sind die genormten Standard-Größen für den eigenen Fuß nicht passend. Hier empfiehlt es sich, nach Angeboten in Unter- oder Übergrößen Ausschau zu halten.

Schuhanprobe mit verschiedenen Modellen zur Ermittlung der Passform

Schuhanprobe mit verschiedenen Modellen. So lässt sich die geeignete Passform finden.

Schuhweite bestimmen

Die Schuhweite ergibt sich nach dem Ballenmaß des Fußes. Dazu wird ein flexibles Maßband um die breiteste Stelle des Fußballens gelegt und der Umfang gemessen. Messen Sie auch hier wiederum beide Füße aus und orientieren Sie sich ggf. an dem größeren Wert.

Schuhweiten sind mit alphabetischen Buchstaben gekennzeichnet, wobei das Angebot meist von E bis K reicht. Während E und F für schmale Füße stehen, definiert G eine Normalweite und ab H beginnen die Extraweiten. Hier sollte man stets die genauen Angaben des Herstellers/Händlers beachten. Der eigene gemessene Wert erlaubt es, die richtige Schuhweite anhand von Tabellen oder Rechnertools zu bestimmen.

Parameter, welche die Passform unterstützen

Gerade hinsichtlich der Schuhweite spielt das Material eine entscheidende Rolle. Leder bleibt ungeschlagen, denn der natürliche Rohstoff passt sich der Fußform an und dehnt sich gemeinsam mit dem Fuß an. Eine gute Passform hängt auch von der Verarbeitung ab. Rahmengenähte Schuhe sind ideal. Schlecht genähte oder geklebte Stellen lösen sich schneller und bieten dadurch keine optimale Stabilität und Sicherheit mehr für den Fuß. Die Form der Schuhspitze wird seitjeher auch von modischen Aspekten bestimmt. Gerade deshalb ist es erforderlich, Schuhe mit extravaganten Schuhspitzen passgenau zu wählen, so dass die Zehen nicht dauerhaft verformt oder beeinträchtigt werden.

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Maßanfertigung für die perfekte Schuhpassform

Die Herstellung von Schuhen nach genormten Schuhgrößen orientiert sich nicht an den speziellen Fußeigenschaften des Einzelnen, sondern an errechneten Durchschnittswerten. Daher besteht stets das Risiko, dass Schuhe trotz richtig ermittelter Schuhgröße und Schuhweite nicht hundertprozentig passen. Einzig die Maßanfertigung von Schuhen garantiert die ideale Passform. Maßschuhe werden wortwörtlich auf den Fuß des Trägers/der Trägerin zugeschnitten, auch die Verarbeitung ist eine andere als dies bei der Serien- oder Massenfertigung von Schuhen der Fall ist. Orthopädische Probleme können dabei ebenso berücksichtigt werden. Ein Schuh, der ordentlich sitzt, gleicht beim Gehen Differenzen aus und kann hilfreich sein, wenn bereits Beeinträchtigungen bestehen. In jedem Fall trägt er zu Fußgesundheit und komfortablem Tragegefühl bei.

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