Pumps

0

Sie sind unter den Damenschuhen ein absoluter Volltreffer und das in zahlreichen Variationen: Pumps. Worauf die aus dem Englischen übernommene Schuhbezeichnung Pumps tatsächlich beruht, das weiß niemand so recht. Auch die Auslegung von Pumps gestaltet sich in Amerika und England durchaus abweichend von der in Deutschland. Fakt ist jedenfalls, dass Pumps in fast keinem Damen-Schuhschrank fehlen sollten, mit Ausnahme Frau mag sie überhaupt nicht. Ansonsten bieten die zahlreichen Modell-Varianten genügend Spielraum für jeden Style und Geschmack.

Vom Herrenschuh zum Frauen-Starmodell – Geschichtliches über die Pumps

Wer heute jungen Frauen erzählt, der Pumps war einst ein Herrenschuh, der erntet verdutzte Blicke. Doch es ist tatsächlich so. Pumps haben sich aus dem Herren-Pump (ohne s) entwickelt. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die weiter ausgeschnittenen geschlossenen Schuhe mit Absatz von Hoflakaien getragen und mit weißen Kniestrümpfen zu Kniebundhosen kombiniert. Im 19. Jahrhundert avancierten sie zum Lieblingsschuh der englischen Dandys und Gentleman aus gehobenen und adeligen Kreisen. Daraus entstand auch der Opernschuh, der bis heute als Pumps für Männer zu diesem speziellen Anlass oder zu hochrangigen Tanzveranstaltungen getragen wird. Pumps, wie wir sie heute kennen, entspringen der britischen Herrenmode, obgleich sie nie wirklich als Straßenschuhe zum Einsatz kamen, sondern fast nur in Innenräumen, zu großen Anlässen oder auch mal zum Pyjama getragen wurden.

Bei den Damen der Gesellschaft konnte der Pumps zum Ende des 19. Jahrhunderts als eleganter und praktischer Tanzschuh im wahrsten Sinne des Wortes Fuß fassen. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich der Pumps fest in der Damenschuhmode. Der elegante wenn auch schlichte Schnitt zeigte sich perfekt zu besonderen Anlässen, beruflich oder für den privaten femininen Auftritt. Mit den Stöckelschuhen oder „Kitten Heels“, als Pump-Variante, die sich durch einen mittelhohen bis hohen Pfennigabsatz und eine V-förmig zulaufende Schuhspitze auszeichnen, eroberten Leinwandstars wie Audrey Hepburn oder Sophia Loren in den 1950er Jahren die Herzen der weiblichen Fans im Sturm. Kitten Heels sind ein Markenzeichen der Ladies Rock´n Roll Ära. Heute sind Pumps reine Damenschuhe und unverzichtbarer Bestandteil der Damenschuhmode.

Merkmale von Pumps und Modell-Varianten

Pumps werden in Singular und Plural als Pumps bezeichnet. Es handelt sich in der klassischen Definition um einen weit ausgeschnittenen, geschlossenen Halbschuh, der in seiner typischen Ausführung keinen Verschluss besitzt und somit einen Schlupfschuh abbildet. Pumps haben zudem immer einen Absatz, was sie auch von den Ballerinas abgrenzt. Dieser bewegt sich zwischen drei und neun Zentimetern, bei High Heels, die ebenfalls zu den Pumps im weiteren Sinne gezählt werden, liegt der Absatz bei 10 cm und höher.

Die Sohle ist flach gehalten und aus Leder oder synthetischen Materialien gefertigt. Als Absatzarten kommen Blockabsatz, Trichterabsatz, Pfennigabsatz/Stiletto-Absatz, Kubanischer Absatz, Plateauabsatz und Keilabsatz in Frage. Die Schuhspitze zeigt grundsätzlich eine runde bis spitz zulaufende Form. Beliebte Materialien für Pumps sind hochwertige Ledersorten, Kunstleder, Lackleder, Samt und Seide für sehr edle Abend-Modelle. Hinzukommen eine Reihe von synthetischen und textilen Materialien, die alle Pumps-Wünsche erfüllen.

spitze Pumps - ein modischer Genuss Der Pumps hat zahlreiche Inspirationsvorlagen für Schuhdesigner geliefert, denn in seiner Urform ist eben jede Menge Abwandlungspotential. Fachlich wird definitionsgerecht unterschieden, welche Varianten noch zu den Pumps gehören und welche nicht. Nach der strengen Definition dürfen das nur solche Modelle sein, die über einen geschlossen Schaft verfügen und keinen Verschluss besitzen, auch die Schuhabsatzhöhe sollte 9 cm nicht überschreiten. Folgende Modell-Varianten finden sich unter den „echten“ Pumps:

  • Hochfrontpumps: Bis zum Rist geschlossen, als Schlupfschuh, auch mit Elastikbandeinsatz an den Seiten
  • Flamencopumps: Geschlossener Pumps (oder als Peeptoe/Opentoe) mit Fesselriemchen oder Ristspange, auch in Kombination beider Details und mit Stegbändchen. Der Begriff ist in der trendigen Schuhfashion kaum mehr gebräuchlich, umgangssprachlich und suchmaschinenorientiert werden hier überwiegend die Bezeichnungen Riemchenpumps oder Spangenpumps benutzt.
  • Peeptoes: Pumps mit begrenzter Zehenöffnung
  • Opentoes: Pumps mit breitem Zehenausschnitt
  • Schnürpumps: speziell höher geschnittener Pumps mit Schaftaufsatzteilen für eine funktionslose Schnürung mit einem oder zwei Ösenpaaren
  • Stöckelschuh: Pumps mit Pfennigabsatz und V-Schuhspitze (Kitten Heel)

Slingpumps weisen keinen geschlossenen Schaft auf, im Fersenbereich findet sich ein Verschlussriemen, so dass die Ferse unbedeckt bleibt. Dieser Punkt ordnet den Slingpumps fachlich in die Kategorie der Slings/Sandalen. In der Modesprache und in Sachen Suchmaschinenrelevanz fallen sie aber sehr wohl unter die Pumps. Gleiches gilt für Spangen- oder Riemchenpumps, die fachlich zu den Spangenschuhen gezählt werden. High Heels ab 10 Zentimeter Absatzhöhe bilden eine eigene Schuhgruppe, unter die generell alle Damenschuhe fallen, deren Absatz 10 cm und höher ist. Der modebewussten Frau hingegen ist die exakte Begriffsabgrenzung relativ schnuppe, was zählt ist das favorisierte Design der Pumps. Die Varianten sind in allen genannten Absatzhöhen/arten und Materialien erhältlich.

Pumps – die Nummer Eins unter den Brautschuhen

Keine Hochzeit ohne Pumps – Weiße oder elfenbeinfarbene Brautschuhe zeigen sich fast ausnahmslos als Pumps mit unterschiedlichen, hohen Absätzen. Sie sind entsprechend dem großen Anlass aus Echtleder, Samt oder auch Seide gefertigt und ergänzen jedes Brautkleid, ob kurz oder lang, perfekt. Hochkarätige Details wie Perlen, Kristalle, Stickereien, zarte Schleifen machen den Brautpumps zum Hingucker.

Von schlicht und elegant bis ultra schräg machen Pumps Furore

Schwarz, aus mattem Glattleder oder feinem Veloursleder – dieser Pumps-Klassiker ist das ultimative Must-have zum Kleinen Schwarzen und zu jedem eleganten Outfit. Zu raffinierten Abend- und Ballkleidern dürfen die Pumps gerne in Hochglanzschwarz oder in funkelnden Metallic-Looks erstrahlen. Auch farblich zum Kleid passende Töne, z.B. Rosé, Nude, Lila oder Royalblau, sind eine gelungene Option.

Im beruflichen wie im privaten Alltag bietet die Farbpalette alles, was sich zu Hosen, Röcken, Kleidern, Business-Kostüm kombinieren lässt. Gedeckte und pudrige Farben, Rot in sanften Nuancen, Grau- und Brauntöne, fruchtige Sommer- und goldene Herbstfarben stehen im Fokus der großen Auswahl. Pumps sind ohnehin Allrounder in Sachen Outfit-Kombinationen, denn Frau kann sie zu jedem Style tragen. Selbst ein sportiver oder maritimer Look wird durch Pumps gekonnt veredelt.

Pumps als Markenschuhe

Designer entdecken ihre große Liebe zu Pumps immer wieder neu. Der an sich eigentlich schlichte Schuh bietet enormes Kreativpotential. Musterungen und Prints verschiedenster Art, Applikationen, Nieten, Absätze im Farbverlauf oder in farbigen Schichten aufgebaut, Materialkombinationen, Glanz und Matt, farbige Sohlen, Airbrush- oder Batikoptik, sind nur einige von unendlichen Designerbeispielen.

Wer auf außergewöhnliche und hochkarätige oder schräge flippige Pumps steht, der wird bei Luxusmarken wie Manolo Blahnik, Jimmy Choo, Dolce & Gabbana, Dorateymur, Gucci, Calvin Klein, Jaquemus, Michael Kors, Love Moschino, Marnie, Miu Miu, Pollini, Alexander Mc Queen, Oscar de la Renta, Paul Smith, Valentino und Guiseppe Zanotti mehr als fündig.

Kommentare geschlossen